Organisiertes Unwohlsein

Hallo, mein Name ist Sarah und ich fühle mich nicht wohl in meiner Haut. Warum änderst du dann nicht einfach was? Hm… Auf diese Frage habe ich nie eine gute Antwort. Ich denke dann immer nur daran, wie undiszipliniert ich bin. Wie gut ich im Redenschwingen und ToDo-Listen schreiben bin. Und wie schlecht in der Umsetzung. Dann kann es ja so schlimm nicht sein. Klingt wie ne Ausrede um weiter faul sein und Scheiße essen zu können.

Ich gehöre zu den Menschen (falls es überhaupt mehrere meiner Art gibt…), die Notizbücher und Terminplaner im Überfluss besitzen, um ihr ach so vollgestopftes Leben zu ordnen und alles mögliche zu dokumentieren, abzuhaken und überblicken zu können und trotzdem keinen Überblick über ihre Finanzen, sämtliche Arzt-, Kindergarten- und Schultermine der Kinder, geschweige denn ne Ahnung haben, was es die Woche zu Essen geben soll.

Arbeitsplatz2

Die im Keller ein Laufband und einen Crosstrainer stehen haben, ein Shitload an Fitness DVDs und zu engen Sportklamotten besitzen und alle paar Wochen eine dicke Staubschicht von alle dem pusten können.

Die Beiträge an WeightWatchers, Sophia Thiel und Freeletics gleichzeitig überwiesen haben ohne auch nur ein Angebot davon aktiv zu nutzen.

Mein Alltag sah bis vor wenigen Tagen noch so aus, dass ich meine Kinder morgens fertiggemacht und zum Kindergarten gebracht habe, den Vormittag mit dem Jüngsten verbracht und ab mittags wieder mit allen dreien zusammen war. Vollzeit Mama und Hausfrau. Während der Mittagsruhe und am Abend hätte ich Zeit für mich und Sport gehabt.

Inzwischen ist auch der Jüngste im Kindergarten gut angekommen, sodass ich vormittags ein Zeitfenster von 3.5 Stunden habe. Massig Zeit für gut durchplante Dinge. Irgendwie.

Gut Strukturiert und ohne Ablenkung durch mein Handy (Social Media Suchti….) oder Trödeleien hier und dort, könnte ich meinen Ich bin eine organisierte Hausfrau Putzplan, Sport, Zeit für mich und Mittagsvorbereitungen leicht auf die Kette kriegen und dann ganz entspannt in den Supermuttimodus wechseln. Könnte.

Im Kopf funktioniert das alles reibungslos:

        • Einkaufen inkl. Wegräumen I 1 Stunde
        • Putzplan I 1 Stunde
        • Sport inkl. Duschen etc. I 1.5 Stunden
        • Mittagsvorbereitungen I 0.5 Stunden
        • Zeit für mich I 1.5 Stunden

Einkauf wird erledigt. Mittag vorbereitet. Der Haushalt in groben Zügen gemacht. Sport? Kochen nach Essensplan? Bloggen? Nein. Nichts.

Ja, im Ausreden finden bin ich gut. Falle immer wieder in diese Muster zurück. Es scheint wie organisiertes Unwohlsein.

Dann kann es ja so schlimm nicht sein. Doch, ist es… Tagaus, Tagein.

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